Das Brauchen Borderliner!

Categories:  Allgemein, Gedanken

portrait of a couple sitting together on a couchEinen Borderliner als Partner zu haben ist nicht unbedingt ein Segen. Obwohl man mit ihm einen einfühlsamen, feinfühligen und meist sehr intelligenten Partner an der Seite hat, so hat das doch auch Schattenseiten.

Ein Boderliner braucht Aufmerksamkeit, Zuwendung (und davon auch nicht zu wenig bitte) und Bestätigung. Mit allen genannten Sachen, sollten Partner eines Betroffenen bitte nicht geizig sein. Denn wir haben einen inneren Zähler, der uns alarmiert, wenn etwas schon länger nicht getan oder gesagt wurde.

Wir wollen kontrollieren ob man uns noch liebt! Denn wir wollen geliebt werden auch wenn wir sagen dass das nicht stimmt und man niemanden brauche. Wir haben selber auch eine enorme Menge an Liebe in uns, nur haben wir Angst diese nach Außen zu zeigen. Wir könnten verletzt  werden. Viele von uns leben nach dem Motto: “Alles was du sagst kann, und wird gegen dich verwendet werden!” Und nach diesem Motto zu leben bedeutet in ständiger Angst zu leben.

“Hab ich jetzt was falsches gesagt? Hätte ich das vielleicht doch nicht erzählen sollen? Jetzt rennt er bestimmt davon… Jetzt denkt er sich :’ Wie krank is die denn!’..” Solche und ähnliche Gedanken gehen uns durch den Kopf wenn man uns diesen gedanklichen Freiraum lässt.

Wir wollen auch Unterstützung. Egal wie. Aber nur nicht aufgeben. Denn wenn wir selber nicht mehr weiter wissen und uns mal an jemanden wenden (was wirklich nicht oft vorkommt!) erhoffen wir uns Trost und jemanden der uns den Rücken stärkt.

Ich schreibe das, weil ich gerade eine Situation mit meinem Freund hatte: Wir haben telefoniert und ich sagte ihm dass ich Angst vor meinem Geburtstag habe. Er versuchte das aufzulockern indem er sagte, dass ich mich doch lieber auf ihn und meinen Bruder freuen sollte, weil beide da sein werden. “Ich freue mich wirklich sehr auf die beiden, aber das macht einen Vater auch nicht wieder lebendig!” sagte ich etwas gereizt. Danach war mein Freund still und eingeschüchtert. Auf die Bittfrage ob er denn nicht irgendwie mich aufmuntern könne, hat er resigniert gesagt er wolle mich nicht provozieren und deshalb sage er nicht.

Das war sehr kränkend und beschwor eine halbe Katastrophe hervor, die ich nicht in allen Einzelheiten hier ausführen möchte. Aber mir ging es danach wirklich nicht gut. Nicht weil er sich nicht in der Lage sieht mir beizustehen, sondern, weil der Druck der Tage, und alles andere zusammen kommen. Und so ist das immer. In solchen Situationen melden unsere Fehlermelder, sämtliche Vergehen der vergangenen Zeit. Und das führt meist unweigerlich zu einem nicht schönen Tief. Dieses muss nicht von dauer sein, oder schwerwiegend, aber und wird es nicht gut gehen diese Zeit.

Deshalb möchte ich alle bitten: Gebt nicht auf wenn ihr liebt! Auch wenn ihr euch vielleicht überfordert fühlt, oder nicht wisst was ihr sagen sollt, versucht etwas und lasst euch nicht entmutigen.

Wie gehst du mit solchen Situationen um? Kennst du das? Wie fühlst du dich wenn dir so etwas geschieht?

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8 Kommentare zu “Das Brauchen Borderliner!”

  1. Carmelita | Dezember 31st, 2009 um 13:56

    Dieser ganze Text…dieses Erlebnis mit dem Freund…Das Alles kommt mir gerade wie ein Deja Vu vor…ich dachte echt ich habe in den Spiegel geschaut.
    Ich habe diesen Blog gerade erst gefunden und bin schon hellauf begeistert.

    Alles Liebe und viel Kraft für 2010

    Carmelita
    Borderlinerin durch und durch

  2. Carmelita | Dezember 31st, 2009 um 14:00

    Wie gehe ich damit um? Was fühle ich da?
    Ich gehe leider immer noch nicht mit dem nötigen Abstand an solche Situationen…Das mußte ich die letzten Tage leider auch wieder feststellen.
    Ich bin dann einfach traurig und wütend…kann nicht mehr reagieren…fühle mich alleine…
    Meistens weine ich dann aus Wut und Enttäuschung…

  3. Mariam | Januar 5th, 2010 um 11:30

    Hallo Carmelita,

    Freut mich dass dir der Blog gefällt.

    Das mit de Weinen klappt bei mir leider nicht immer. Auch wenn ich nicht gerne weine, so empfinde ich es doch irgendwie wie eine Erleichterung. Zumal ich oft nicht weiß was ich empfinde, sind Tränen oftmals auch ein Zeichen von Hilf- oder Ratlosigkeit bei mir.

  4. Carmelita | Januar 11th, 2010 um 13:54

    Ich denke auch bei mir ist das Weinen vielleicht auch ein Stück Hilflosigkeit – zumal ich manchmal auch den Grund meines Weinens nicht kenne. Ich heule einfach los und frage mich danach nach dem Warum?! Aber ich glaube wir Borderliner sind halt so ver-rückt. Da darf man meistens nicht mit Logik rangehen.
    Würde mich auf einen Gesuch bei mir freuen…vielleicht sogar Tipps von Dir bekommen?!

    Alles Liebe

    Carmelita

  5. Ines | Februar 7th, 2010 um 21:51

    Du sprichst mir aus der Seele mit diesem Text.

  6. Bordinaje | Februar 10th, 2010 um 17:48

    Zum Weinen: Lange habe ich nicht mehr geweint, obwohl ich wusste dass es mir gut tun würde. Mittlerweile kann ich es, wenn ich jemand habe, der mir eine Schulter bietet um weinen zu können, ohne unbedingt verstehen zu wollen, warum ich weine, sondern einfach versteht dass es gerade wichtig ist dass ich eine Runde weine. Das habe ich allerdings erst mit mitte dreißig angefangen zu machen. Aber es ist ja nicht zu spät;)
    Bordinaje

  7. Mariam | Februar 10th, 2010 um 19:04

    @ Ines: Schön, wenn es dir vielleicht ein Stück geholfen hat, dein Inneres in Worte zu packen.

    @ Bordinaje: Ja, es tut gut und hilft wenn man jemanden hat, der nicht fragt, sondern einfach da ist. Es freut mich, dass du diesen Zustand zulassen kannst. Wie du sagst: Es ist nie zusät!

  8. Popina | März 31st, 2010 um 00:37

    Hi Mädels, ich bin 26, mein Mann ist 28 und auch Borderliner. Zur Zeit geht es ihm sehr schlecht und ich fange an, mich mehr mit seinem Krankheitsbild zu beschäftigen. Ich bin nich ignorant oder so, aber ich wollte ihn nie nur als Borderliner sehen, ihm Zeit geben sich mir zu öffnen usw. Jetzt hat sich die Situation aber ziemlich zugespitzt, er muß in eine Klinik und ich habe mich entschieden mich mehr zu informieren und ihn sachte immer mal wieder fragen was wie auf ihn zutrifft. Ich glaube es wird schwer, weil ich nicht möchte, dass er sich dadurch bedrängt fühlt. Danke für diese Seite! Ich denke ich komme öfter mal vorbei! ;-)

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