Betrink Dich – Ich Bin Dein Freund!
Categories: Gedanken, Momentaufnahmen
Du betrinkst dich.
Betrinkst dich mit der Luft, da du sie zum atmen brauchst. Du willst sie nicht, musst sie aber einatmen um den Ansprüchen der Gesellschaft Folge zu leisten. Atmest du nicht, wirst du als lebensmüde bezeichnet und man macht dir Vorwürfe dass du egoistisch seist. Das wollen wir ja nicht…
Du willst diese dreckige, stinkende, stickige Luft nicht. Deine Organe sind schon vergiftet von dem ganzen Schmerz den die eingeatmete Luft mit sich bringt. Würdest dich am liebsten einer Dialyse unterziehen um diesen ganzen Mist wieder aus deinem Körper filtern zu lassen. Aber man lässt dich nicht. Also betrinkst du dich. Und du betrinkst dich weiter.
Nicht nur mit der Luft. Es gibt so viele gute Freunde die den Namen Johnny Walker, Jack Danniels oder ähnlich tragen. Sie hören dir zu, verschmelzen mit dir, helfen dir mit ihrer neutralen, hochprozentigen und konzentrierten Art. Du brauchst niemanden der bereits involviert ist. Sie sind perfekt. Fast wie Therapeuten helfen sie dir, Dinge zu sehen und anzunehmen ohne sie schön zu reden. Sie helfen dir die Sachen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Sie helfen dir, dir und anderen Dinge einzugestehen, die dir bislang nicht über die Lippen kamen weil du dich geschämt hast.
Du hast Angst zu versagen, nicht den Ansprüchen dieser hässlichen Welt – auf der du eigentlich gar nicht sein möchtest- zu genügen, einsam zu sein, nicht verstanden zu werden. So behältst du das Gift der Welt in deinem Körper und siehst dir selbst beim Vegetieren zu. Aber hin und wieder braucht man einen Freund. Einen wahren Freund. Der einem keine Vorträge über deinen nicht erfüllten Beitrag zur Weltverbesserung referiert, sondern sich einen Teil des Weltmülls wie eine Deponie aufnimmt und entsorgt. Und du kannst in Ruhe schlafen. Wie schön wäre es doch…
Am nächsten Morgen merkst du aber, dass dein Freund Jack bei näherer Betrachtung gar nicht dein Freund ist! Er hat dich manipuliert. Den Müll, den du in seiner Deponie landen geglaubt hast, ist postwendend noch verunreinigter wieder in deinen Körper gelangt. Und er hat kein Wort gesagt! Hat dich in dem Glauben gelassen, er sei für dich da und würde dir helfen.
Und er hat sich still und heimlich ins Fäustchen gelacht: „Wie erbärmlich du doch bist! Bist Blind für die Wahrheit und naiv wie ein Kind! Jeder weiß doch dass Alkohol keine Probleme löst. Er macht sie nur noch größer!!! Du Trottel! Und doch wirst du immer wieder angekrochen kommen und hoffen dass ich dir helfe.“
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